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Casa Roser
Die Costa Brava

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Karte Westeuropa mit Spanien, roter Punkt markiert Girona Der interessierte Reisende weiß, dass Katalonien abseits der Ferienzentren viel mehr zu bieten hat, als Sonne, Sand und See: eine vielfältige Landschaft mit weiten, fruchtbaren Ebenen, idyllischen Tälern und einem Hochgebirge, in dem sich im Winter Skisportler aus ganz Spanien tummeln. Doch wenn der Ski-Rummel vorüber ist, haben die Wanderer die Pyrenäen mit dem einmaligen Nationalpark Aiguestortes wieder ganz für sich.
Das politische, wirtschaftliche und kulturelle Herz Kataloniens schlägt in Barcelona. Die unter der Franco-Diktatur triste Zwei-Millionen-Metropole hat sich in den letzten Jahren wie kaum eine andere in Europa gründlich verändert. Stadtplaner, Künstler und Bürger öffneten sie wieder dem Meer und putzten sie für das Millionenheer der Olympiabesucher ´92 heraus. Schließlich ist Katalonien auch für Kunstliebhaber eine lohnendes Reiseziel: der romanische Kunstschatz mit seinen rund 2.000 über das Land verstreuten Burgen, Kirchen und Festungen gehört zu den schönsten und reichsten Europas. Spektakulär sind die Werke des spanischen Jungendstils, Katalonien ist offen, entdeckt zu werden
Die Küste ist wie ein Märchen aus tausend Buchten. Doch anders als im Märchen fehlte der Costa Brava immer eine gute Fee.
Im 16. Jahrhundert plünderten Freibeuter regelmäßig die Küstendörfer, doch blieben noch genug Zeugen der 2.000 Jahre alten Kultur der Griechen, Römer und Iberer. Am meisten zu spüren davon ist in Cadaques, dem Bilderbuchdorf im Norden der Costa Brava, das auf Millionen von Werbeplakaten für die "weißen Dörfer am blauen Meer" wirbt. Salvatore Dali war es, der das Dorf weltberühmt machte. Doch nicht hier, sondern im nahen Portlligat fand das Genie die Vorlagen für seine surrealistischen Motive, wo die wie Mondgebirge aus dem Wasser ragendend Riffe des Cap Creus beginnen, wo Licht und Wasser fast stündlich wechselnde Bilder und Stimmungen erzeugen.

Wer die milden Winter an der Küste kennt, die Atmosphäre in den kleinen Dörfern schätzt, wird die beabsichtigte Ausdehnung der Saison auf das ganze Jahr begrüßen.

GIRONA

Die Provinzhauptstadt wird als Zentrum der christlichen, jüdischen und mohammedanischen Kultur angesehen. Die Stadt war schon zur Römerzeit ein wichtiger Stützpunkt an der Via Augusta von Rom nach Taragona. Im 6. Jahrhundert bereits Bischofssitz wurde Gerona nach der Eroberung durch Karl den Großen 785 zum Bollwerk bei der Befreiung Spaniens von den Arabern.

Die Barockfassade der Kathedrale erhebt sich am Ende einer 90-stufigen Freitreppe. Der Kirchenraum ist der breiteste der Gotik in Europa. Kreuzgang und Turm stammen noch aus dem 11. Jahrhundert. Im Kathedralmuseum ist eines der kostbarsten Kunstwerke des Mittelalters zu bewundern: Ein großer Seidenteppich mit Motiven aus der Schöpfungsgeschichte.

Ferner sehenswert: die romanische Kirche Sant Pere und das Archäologische Museum.

BANYOLES

Einige Kilometer nördlich von Gerona an einem See, der von unterirdischen Quellen gespeist wird. Parkartige Landschaft mit Weiden und Pappeln, Ausflugrestaurants und Olympisches Dorf. Im alten Teil von Banyoles die von Arkaden umsäumte Placa Mayor. Im archäologischen Museum ist der bei Banyoles gefundene Kiefer eines Vor-Neandertalers ausgestellt, dessen Alter auf ca. 80.000 Jahre geschätzt wird.

TOSSA DE MAR

10 km südlich von Lloret de Mar, ehemals ein unbedeutendes Fischerdorf, heute eine Urlaubsstadt mit beeindruckender Hotel-Skyline.

CADAGUES

Das Ortsbild wird bestimmt von der schlichten Kirche Santa Maria aus dem 17. Jahrhundert. Der barocke Holzaltar ist einer der wenigen an der Küste, der die Verwüstungen des Bürgerkrieges von 1936 überstanden hat. Im August findet hier alljährig ein internationales Musik-Festival statt. Sehenswert ist das Museum Perrot Moore mit Graphiken von Rubens und Rembrandt, Dali und Picasso.

FIGUERES

Geburtsstadt von Salvadore Dali, der sich hier in dem nach seinen eigenen Plänen umgebauten ehemaligen Stadttheater ein eigenes Denkmal setzte.

Im Anbau Torre Galatea ist der 1989 gestorbene Künstler begraben. Das im Norden gelegene Peralada lockt mit einer Burg, in der sich nicht nur das schönste Spielkasino Spaniens befindet, sondern auch eine wertvolle Sammlung romanischer Kunstwerke und die größte Ausstellung von Glasgefäßen in Europa.

Im Juli-August finden Musikfestspiele im Schloßgarten, Kreuzgang und Kirche statt.

L´ESCALA

Ein traditionsreiches Fischerdorf, bekannt durch Bootsbau und Anchovis. Jährlich werden hier ca. 400 Tonnen hergestellt. Sie gelten in Spanien als Delikatesse. Am 1. Samstag im Oktober findet am Strand ein großes Anchovis-Fest mit Gratisproben statt. Auf dem Gemeindegebiet liegt Empuñes, das alte Empurion, eine der bedeutensten archäologischen Fundstätten Spaniens. Um 500 v.Chr. gründeten griechische Siedler aus Marseille hier eine Siedlung. 218 v.Chr. landete hier Scipio, um den Vormarsch Hannibals zu stoppen.

PALAFRUGELL

Beliebt durch die "Cantada de Havaneras", alte Fischer-Lieder, am ersten Juli-Samstag in Calella und das "Reis-Essen" bei der Einsiedelei am Cap Sant Sebastian am 1. September-Sonntag. Nördlich davon das malerische BEGUR, 200 m über dem Meer, gekrönt von einer Burgruine mit Panoramablick auf die Bucht von Pals. Die in den Bergtälern rund um Begur gelegenen Buchten zählen zu den schönsten der Costa Brava.

ARENYS DE MAR

Bedeutende Pfarrkirche aus dem 16. Jahrhundert, prachtvoller Barock-Altar, die Festung Torre del Encatals wurde über einer vor-römischen Ansiedlung errichtet.